Unterirdische Wege zum Glück und wieder ans Licht. Berlin, 24.05.2014.

Berliner U-Bahnen haben den Namen oftmals nicht verdient. Im märkischen Sand lassen sich kaum Tunnel bauen, die nicht entweder absaufen, oder aber den Namen nicht verdienen, da die Tunneloberdecke zugleich den Straßenasphalt der darüberliegenden Straße bildet. Man setze sich beispielsweise in eine Kneipe in der Rosa-Luxemburg-Straße. Und hält sein Bier fest, denn – solange es voll ist (das Bier) – schwappt es über, wenn unter den Füßen des Stehtisches gerade mal die U2 vorbeirattert.

Trotzdem versucht man jetzt mal wieder die Spree und den Spreekanal für die U5 zu untertunneln. Also so 10 Meter tief, was für Berliner Verhältnisse ziemlich viel ist. Und dementsprechend als Jahrhundertprojekt verkauft wird. Die Berliner sollten mal den Gotthard-Basistunnel besichtigen und dann angesichts ihrer Baustellen die Ruhe bewahren. Und vermutlich wird die Fertigstellung der paar Meter Tunnel genauso lange dauern, wie der Fahrstuhl zum Mond oder der Bau eines Abfertigungsgebäudes in Schönefeld.

Falls es noch nicht aufgefallen ist: Im Vergleich zu den U-Bahnen anderer Großstädte gibt es in Berlin keine langen Rolltreppen. Aus vorgenanntem Grund, geht es einfach nicht in die Tiefe. Dennoch können die vorhandenen Fahrtreppen, sofern fahrbereit, den lauffreudigen Nutzer ans Licht bringen.

Das Glück jedoch, so konnte ich beobachten, liegt weiterhin unter der Erde. Zumindest in der U-Bahn-Station Alexanderplatz. Die, ich wiederhole mich, ca. 30 cm unter den Pflastersteinen liegt und die – dem Glück zu liebe – einen unendlichen Verbindungstunnel zwischen Regionalbahnhof und U2/U5-Bahnsteigen aufzuweisen hat, der in jeder anderen Stadt mit Fahrwegen (also waagrechten Rolltreppen) zu bewältigen wäre. Wie so was geht, könnten die flughafenerfahrenen Berliner mal in Frankfurt zwischen Regionalbahnhof und Fernbahnhof angucken. Oder aber, man lässt es so, wie es ist.

Auch Dreck mach Patina.

PS: Der Laufweg zur U2 am Alexanderplatz ist – vom siffigen McD. mal abgesehen, eine eigentlich ziemlich gute Freßmeile. Wenn man vom Duft in der Luft mal absieht.

 

Zum Licht.
Zum Licht.
Weg in den Untergrund.
Weg in den Untergrund.
U-Bahnhof Alexanderplatz. Abgang vom Regionalbahnhof.
U-Bahnhof Alexanderplatz. Abgang vom Regionalbahnhof.
U-Bahnhof Alexanderplatz. Abzweig zur U5.
U-Bahnhof Alexanderplatz. Abzweig zur U5.

 

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